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nicht Klicks :)

FMZ Kino Imst
Industriezone 30 | 6460 Imst
Tel.: +43 54 12 / 65 43 7

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So kommt der Film auf die Leinwand

Der Transport
Von den in Wien angesiedelten Filmverleihfirmen wird der Film in einem Karton mit der Bahn nach Imst transportiert. Dabei ist der Film in einzelne Akte unterteilt. Ein 35mm-Spielfilm mit 90 Minuten Länge umfaßt 5 solcher Akte und wiegt rund 25 kg.

Die Vorbereitung
Im Kino angekommen werden die einzelnen Akte kontrolliert, zusammengeklebt, mit Werbefilmen und Filmtrailern ergänzt und auf große, horizontal liegende Telleranlagen aufgerollt. Gleichzeitig werden mittels Metallklebefolien die Informationen für die Steuerung der Projektoren, der Tonanlage, der verschiedenen Bildformate, dem Vorhang und Saallicht auf dem Film aufgebracht.

Von der Überblendtechnik zur Telleranlage
Die Telleranlagen und die Steuerungsmatrizen wurden erst mit Einführung von Mehrsaalkinos notwendig, da heute ein einziger Filmvorführer i.d.R. bis zu 8 Kinos betreuen kann. Früher hatte jedes Kino 2 Filmprojektoren, welche in Überblendtechnik die einzelnen Filmakte in einem Stück auf die Leinwand brachten. Dazu befinden sich - auch heute noch - auf den einzelnen Filmakten sog. Überblendzeichen (d.s. weiße Kreise oder Dreiecke im rechten oberen Bildbereich) im Abstand von genau 7 Sekunden vor dem Ende des jeweiligen Aktes. Damit weiß der Filmvorführer, wann der 2. Projektor gestartet und die Überblendung durchgeführt werden muss. Perfekte Überblendungen sind für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar.

Die Einteilung in Filmakte muss aus der technischen Notwendigkeit bei der Projektion und der geschichtlichen Entwicklung des Filmkopienmaterials gesehen werden. Als Lichtquelle zur Projektion wurden Kohle-Lichtbogenlampen verwendet. Durch ein ausgeklügeltes technisches System wurden die Kohlestäbe, zwischen denen der gleißend helle Lichtbogen erzeugt wurde, in konstantem Abstand gehalten. Diese Stäbe hatten jedoch einen hohen Abnützungsgrad und mussten nach wenigen Akten erneuert werden. Außerdem wurden Filmkopien auf leicht entzündlichen Nitrofilm kopiert. Die einzelnen Akte wurden im Projektor eingelegt und liefen von der oberen Brandschutztrommel in die untere. Bei einem Filmriss konnte es schon vorkommen, daß sich der Nitrofilm im Projektorkopf des Filmprojektors durch die enorme Hitze der gebündelten Lichtbogenlampe entzündete. Die Brandschutztrommeln schützten den restlichen Film vor einem Übergreifen der Flammen und somit vor einer Explosion. Als Sicherheitseinrichtung hatte jedes Kino sog. Fallklappen (Brandschutzklappen) aus Metall vor den kleinen Projektionsfenstern, welche sich im Ernstfall automatisch schlossen und somit den Vorführraum vom Kinosaal brandtechnisch trennten.

Die Xenon-Lampe
Heute wird als Lichtquelle ein Xenon-Hochdruckkolben verwendet. Diese Xenon-Lampen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 3.000 Betriebsstunden. Die Zündspannung liegt bei 20.000 - 40.000 Volt, die Betriebsspannung bei ca. 30 Volt und die Stromstärke bei ca. 60 - 100 Ampere. Durch die enorme Hitzeentwicklung entsteht dabei im Lampenhaus in kleinen Mengen Ozon, welches über ein geschlossenes Entlüftungssystem abgesaugt wird. Das Licht der Xenon-Lampe wird mit einem Kaltlichtspiegel (dieser spezielle Spiegel leitet die Wärmestrahlung nach hinten ab) auf das 35mm-Filmbild gebündelt. In seltenen Fällen kann der Xenon-Hochdruckkolben während des Betriebes explodieren.

Objektiv und Leinwand
Über ein entspiegeltes und lichtstarkes Objektiv gelangt das projizierte Bild letztendlich auf die Leinwand. Je nach Filmformat (Normalbild, Breitbild, Cinemascope) wird das benötigte Objektiv mit Hilfe eines sog. "Objektivrevolvers" vorgeschaltet. Bei der Leinwand selbst handelt es sich um eine spezielle perforierte (= durchlöcherte) Plastikfolie mit reflektierender Beschichtung. Die Perforierung ist notwendig, damit der Ton von den hinter der Leinwand angebrachten Lautsprechern in den Zuschauerraum abgestrahlt werden kann.

Die Vorführung
Jetzt muß der Vorführer den Film nur noch in den Projektor einlegen. Dabei wird der Film über Rollensysteme von der Telleranlage kommend von oben nach unten durch den Projektor geführt. Nach dem Startsignal läuft die Vorstellung vollautomatisch ab. Der Film wird von innen abgewickelt und auf einem weiteren Teller neu aufgewickelt. Damit wird das Zurückspulen des Filmen unnötig.

Der Störungsfall
Bei allen möglichen technischen Störungen wird der Vorführer über ein internes Funk- und Pagersystem sofort verständigt. Gleichzeitig wird bei Unterbrechung einer Vorstellung automatisch das Saallicht hell.