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FMZ Kino Imst
Industriezone 30 | 6460 Imst
Tel.: +43 54 12 / 65 43 7

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Die Geschichte des Celluloid

Bereits Plinius der Ältere berichtet von Göttererscheinungen im Weihrauchdunst der Tempel. Aber auch bei den Griechen werden 150 bis 100 v. Chr. Spiegelkunststücke beschrieben. Heron zauberte durch doppelte Reflexion mit Hohlspiegeln eine Götterfigur inmitten von Wolken über einem Altar. Außerdem erfand er ein bewegliches und feststehendes Automatentheater mit Donner- und Blitzmaschine. Die Figuren liefen auf Schienen oder wurden durch Seilzüge bewegt. Bewegungsphasen als Vorläufer der Kinematographie kann man in altägyptischen Grabzeichnungen finden, es gibt auch Bewegungs-Darstellungen auf dem Parthenon-Fries aus dem 5.Jahrhundert. Vermutlich von Priestern, als Sinnbild für die Nichtigkeit der irdischen Erscheinungswelt, wurde in Indien das Schattenspiel erfunden.

Im 17.Jahrhundert entwickelte sich die Laterna Magica; aber die Erfindung zur Aufnahme von Bewegungsabläufen schlechthin war die Camera obscura oder Lochkamera, die anfangs wirklich eine verdunkelte Kammer war, dann immer kleiner wurde, schließlich transportabel und mit Handzügen und schräggestellten Umkehrspiegeln versehen wurde. Um bewegte Bilder vorzuführen, gab es aber auch noch eine andere Möglichkeit, nämlich mechanisch zusammengesetzte Maschinen, um damit die Natur oder das Leben nachzuahmen. So wurde 1612 Schloss Hellbrunn mit den Hellbrunner Wasserspielen gebaut - einem mit Wasserkraft betriebenen Mechanischen Theater.

Im 18.Jahrhundert wurden vor allem in Frankreich hervorragende Automaten hergestellt.

Um die Jahrhundertwende zogen Familien mit mechanischen Theatern durch die Lande und begeisterten vor allem mit der Laterna magica, die nichts anderes als ein einfacher Diaprojektor war.

Nicht mehr und nicht weniger als "Das Leben in voller Natürlichkeit mit Hilfe der Elektrizität" versprachen anno 1895, im Geburtsjahr des Kinos, die ersten "Kintopp"-Betreiber ihren Zuschauern. In Paris im "Salon Indien" im Grand-Café zeigten die Brüder Lumière die allerersten Lichtbildstreifen, sogenannte "lebende Photographien" von Alltagsszenen und versetzten die staunenden Besucher mit einem scheinbar aus der Leinwand rollenden Zug in helle Aufregung. Die ganze Welt drängte sich zu den Vorstellungen; in Wien zum Beispiel geruhte sogar der Kaiser einer solchen Veranstaltung beizuwohnen. Unerhörte Sensationen, boxende Kängurus, Artisten, Bilder von fremden Ländern und großen Ereignissen wurden auf eine 3x4 Meter große Freilichtwand projiziert und lockten die Schaulustigen bald in Jahrmarktbuden, später in feste Häuser und schließlich in eigens errichtete Filmpaläste.

Das Massenzeitalter hatte sein Massenmedium gefunden - eine neue, universell verständliche Kunst, die ihren Siegeszug durch alle Länder antrat, Menschen begeisterte, zu Tränen rührte, zum Träumen brachte.

Die Technik wurde ständig verbessert - gab es zuerst Klaviermusikbegleitung zum Stummfilm - wurde 1927 der erste Tonfilm gezeigt. Er brachte neue Stars, neue Filmstoffe und neue Filmtheater, die der Attraktivität der Ereignisse noch pompösere Rahmen schufen.

Auf die goldenen Jahre des Kinos folgten nach dem Krieg Krisenstimmung und Besinnung auf realistische Stoffe auf der einen Seite, Flucht in Harmonie und Heimatgefühle auf der anderen. Mit Heimatfilmen blühten noch einmal alte Kinoherrlichkeiten in der Bundesrepublik und Österreich auf. Heinz Erhard lachte sich in die Herzen der frischgebackenen Wohlstandsbürger.

Zwischen 1960 und 1978 sank die Zahl der Kinobesuche. Die großen Filmpaläste wichen Supermärkten oder wurden in zahllose kleine "Kinoschachteln" zerstückelt. Das METROPOL aber wurde nach wie vor gut besucht.

Anfang der 80iger Jahre erholte sich das Kino im allgemeinen langsam aber stetig von den Rückschlägen, die es durch die vom Fernsehen verursachte Änderung des Freizeitverhaltens erlitten hatte. Die Ursachen für das erneute Interesse am Kino sind vielfältig. Zum einen hat die Faszination der "Heim-Medien" Radio und Fernsehen merklich nachgelassen, zum anderen haben sich die meisten Kinobesitzer auf die Bedürfnisse der Zuschauer nach gesteigertem Sitz- und Sehkomfort eingestellt. Der entscheidende Zugewinn liegt jedoch im Erlebniswert, den kein noch so großer Bildschirm zu Hause vermitteln kann.